2008 Day of Percussion

Zum zweiten Mal war die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt Gastgeber des Day of Percussion, hier am 13. Dezember 2008 ausgerichtet vom PAS - German Chapter, dessen Präsidentin Katarzyna Mycka zusammen mit Prof. Rainer Römer den Tag organisierte. Dieser wußte dank der positiven Erfahrungen vom Jahr 2007 was auf ihn zukommt und hat auch dieses Mal als perfekter Gastgeber an alle Details gedacht. Möglich wurde der Tag auch durch Unterstützung von Yamaha Deutschland.
 
Den Auftakt bildete der "komponierende Virtuose" Nebosja Jovan Zivkovic mit der Vorstellung seiner Werke für Anfänger am Marimbaphon. Die Einführung in seine Methode und Technik, Schritt für Schritt das Instrument näher kennenzulernen und letztendlich zu beherrschen, war sehr aufschlussreich. Zivkovic präsentierte seine interessanten Ideen und Sichtweisen zum Thema Unterricht mit viel Humor und Selbstbewusstsein.
 
Direkt im Anschluss konnte man Nils Rohwers Workshop zum Thema Double-Bass-Drumming besuchen. Dabei war gut beraten, wer Ohrstöpsel mitgebracht hatte, denn Rohwer erläuterte seine Doublebass-Schule "Drums Unlimited" nicht nur theoretisch, sondern spielte zudem ausgewählte Beispiele am Schlagzeug vor. Ebenso anschaulich beantwortete er auch Fragen von Seiten der Zuschauer. Perfekt eingerahmt wurde der Workshop durch zwei grandios vorgetragene Solo-Stücke Rohwers.
 
Sicherlich ein Highlight des Tages war die Vorstellung der Jugendmusikschule Württembergisches Allgäu aus Wangen, deren Schlagzeuglehrer Uwe Eichele und Matthias Jakob mit ihren talentierten Schülern für Aufsehen sorgten. Neben der Demonstration ihrer Unterrichtspraxis gab es beeindruckende solistische sowie Ensemble-Auftritte von Schülern unterschiedlichster Alterststufen und einen Vortrag über die Möglichkeiten der Förderung und Unterstützung der Schüler durch die Eltern. Die Begeisterung der Schüler konnte man bei unterschiedlichsten Beiträgen sehen, von einem Kinderensemble bis zu nahezu akrobatischen Fähigkeiten an Drum-Set, kleiner Trommel oder Vibraphon. Es wurden einige Stücke von Matthias Jakob aufgeführt, die das Interesse anwesendender Schlagzeuglehrer und -schüler weckten.
 
Spektakulär ging es weiter mit einer ebenso fesselnden wie kreativen Performance von Wolfram Winkel zusammen mit dem Professor für Schlagzeug der Frankfurter Hochschule, Rainer Römer. Die beiden trommelten auf blauen Maischefässern und zauberten eine tolle Mischung aus Rhythmus und Entertainment. Daraufhin meldeten sich neun Freiwillige unterschiedlichen Alters, mit deren Hilfe Winkel demonstrierte, wie man innerhalb nur einer Stunde ein anspruchsvolles Gruppenkonzert auf die Beine stellen kann, in dem nicht nur ein Musikstück, sondern auch eine Choreographie erarbeitet wurde.
 
Den letzten Workshop leitete Franz Schindlbeck, Schlagzeuger der Berliner Philharmoniker. Er hielt eine Masterclass mit einigen Studenten der Hochschule zum Thema "Schlagzeug im Orchester". Den meisten war es wichtig, die musikalische Seite des Orchesterspiels von Schindlbeck zu erfahren und einige brennende Fragen beantwortet zu bekommen. Beeindruckend war die direkte Art Schindlbecks, vor allem die Menschlichkeit, Offenheit und Flexibilität dieser herausragenden Persönlichkeit.
 
Den krönenden Abschluss des ohnehin schon unvergesslichen Tages gab der abwechslungsreiche Konzertabend angefangen mit Shoko Sakai am Marimbaphon (mit "Velocities" von J. Schwantner und "Chain" von K. Miyake), über Wolfram Winkel mit der Eigenkomposition "extremely urgent" für Set-Up, Jens Schlieker und Nils Rohwer an Klavier und Vibra- bzw. Marimbaphon, mit Werken von ihrer neuen, noch nicht veröffentlichten CD, bis hin zu Nebosja Jovan Zivkovic, der den Tag nicht nur eingeleitet hatte, sondern diesen mit der Performance seiner eigenen Werke für Marimbaphon und verschiedene andere Instrumente auch zu einem wunderbar ausklingenden Ende brachte.
 
Lale Pekkip