Trossingen

Interview mit Franz Lang
 
Hochschule für Musik Trossingen
 

Katarzyna Mycka: Die Schlagzeugklasse der Hochschule für Musik in Trossingen hat einen tollen Ruf. Seit wann arbeiten Sie als Professor daran?
 
Franz Lang: An der Trossinger HS lehre ich seit WS 87/88 als Nachfolger von H. Gschwendtner. Davor habe ich meine Lehrverträge an der MH Saarbrücken (sechs Jahre) und Freiburg (ein Jahr) wahrgenommen.
 
KM: Wie viele Räume hat die Schlagzeugklasse zur Verfügung?
 
FL: Wir haben einen großen Unterrichtsraum, der auch für Ensembleproben geeignet ist, dann noch zwei weitere Räume, in denen set-ups aufgestellt werden können und vier kleinere Überäume. Wobei der große Unterrichtsraum auch als Übeplatz zur Verfügung steht.
 
KM: Bist Du allein, oder gibt es noch andere Lehrer? Falls ja, wie teiltIhr Euch die Arbeit oder die Gebiete?
 
FL: Mein Bruder Michael ist zuständig für den ganzen Methodikbereich, weil er als aktiver Musikschullehrer in diesem Bereich eine jahrzehntelange Erfahrung sammeln konnte. Außerdem unterrichtet er auch Schulmusiker mit Hauptfach Schlagzeug, Rhythmik-Studenten mit sog. "1. Instrument".
Dazu haben wir bei den Paukendozenten einen häufigeren Wechsel, der aber gewollt ist, um die Studenten innerhalb eines 5-jährigen Studiums mit verschiedenen Solo-Paukern in Kontakt zu bringen.
 
KM: Was kann man in Trossingen studieren, wo liegen die Schwerpunkte?
 
FL: Die Studiengänge sind sowieso gerade im Umbruch bezüglich der Einführung des Bachelor-/Mastersystems. Aber nach wie vor wird es die Ausbildung zum Instrumentallehrer geben, zum Orchestermusiker und die Solistenausbildung. Die Einführung eines Studienganges mit Schwerpunkt "Kammermusik" vor mehreren Jahren finde ich auch sehr praxisorientiert. Mein eigener Schwerpunkt liegt in der Ausbildung von OrchestermusikerInnen. Ich bin selbst begeisterter Schlagzeuger und Pauker im SWR-Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg und kann diesen Berufswunsch nur weiter empfehlen und unterstützen. Unsere Absolventen sitzen in vielen Orchestern, so z.B. gleich drei bei den Berliner Philharmonikern, zwei in der Stuttgarter Oper, zwei beim SWR-Sinfonieorchester, im Gürzenich-Orchester, Nationaltheater Mannheim, Frankfurter Oper, Chemnitz etc.. Daneben wird das Ensemblespiel, die Kammermusik und die Sololiteratur auf gar keinen Fall vernachlässigt. So hat z.B. unser Schlagzeugquartett den Hochschulwettberwerb in Weimar gewonnen und erst kürzlich Johannes Schulin mit seinem Akkordeonpartner den 1. Preis der Musikwettbewerbs des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft im BDI erspielt. Nicht zu vergessen die vielen Musikschullehrer, die aus unserer Klasse hervorgegangen sind und hier eine erfolgreiche Arbeit mit Kindern und Jugendlichen leisten.
 
KM: Was für Instrumente habt Ihr?
 
FL: 5 Marimbas, 4 Vibras, je ein 5er-Satz Pauken von Kolberg, Aehnelt, Premier und ein Paar Hardke-Pauken, die demnächst komplettiert werden. Und sonst das "Übliche", das aber wie immer zu wenig ist.
 
KM: Arbeitet Ihr mit anderen Instrumentalisten zusammen? Gibt es viel Austausch mit anderen Klassen, z.B. Cello, Saxophon oder Klavier?
 
FL: Selbstverständlich wird Kammermusik querbeet mit allen Instrumentenklassen regelmäßig gemacht.
 
KM: Ich bedanke mich recht herzlich für das Gespräch und wünsche Dir und Deiner Schlagzeugklasse weiterhin viel Erfolg!